Samstag, 3. Januar 2009

Über uns:

2005 ist dieser Artikel über unsere Arbeit in Peru erschienen:
http://www.kirchen.net/rupertusblatt/section.asp?sec=23&menuopt=5745




Anael und Antonin Arana mit ihrer Katze Pinki


Mut und Hoffnung geben

Hilfe zur Selbsthilfe steht bei der Privat-Initiative – Lima Peru im Vordergrund

„Die Not auf der Welt übersteigt unsere Vorstellungen und gerade deshalb möchten wir noch intensiver weiterarbeiten“, erklären Friederike Hurch und Chano Delgado de Schlachter. 1981 starteten sie ihre Initiative für Peru. Seitdem gehen Spenden sowie Einnahmen aus Benefizveranstaltungen in das lateinamerikanische Land, in dem Armut und Arbeitslosigkeit das Leben vieler Menschen beherrschen. Die kontinuierliche Hilfe aus Österreich zeigt aber Konsequenzen: Kinder haben Klassen abgeschlossen, Jugendliche können studieren, Familien sind besser versorgt, Krankheiten werden rechtzeitig behandelt.


Lima/Salzburg Eduardo Quijano (18) ist in Kürze mit der Ausbildung zum Elektriker fertig; Sarai und Rosa Marina Verano haben im Dezember mit sehr gutem Erfolg die Volksschule abgeschlossen. Das sind nur zwei von vielen Lebensgeschichten, die dank der Spenden aus der Peruinitiative eine positive Wendung genommen haben. „Wir möchten Menschen Hoffnung geben, indem sie eine Ausbildung bekommen, eine Arbeit finden. Wir versuchen zumindest für einige Familien das Grundrecht auf Nahrung und Wohnung sicherzustellen.“Am Beginn der Hilfsaktion vor 24 Jahren stand eine Reise von Friederike Hurch und Chano Delgado de Schlachter nach Peru. Die beiden Frauen besuchten das Dorf San Luis. Hauptproblem der indigenen Bevölkerung war und ist der Mangel an Arbeitsplätzen. „Wir begegneten dort P. Siegfried Plasser aus Gmunden, der über die Nöte der Menschen genau Bescheid wusste und der versuchte, die Bedingungen im Dorf zu verbessern.“ Nach der Rückkehr stand fest: „Wir möchten etwas tun.“ Mit diesem Vorsatz wurde die Peruinitiative aus der Taufe gehoben. „Von Anfang an unterstützen uns Freunde: durch monatliche Spenden, Einzelspenden aber auch durch tatkräftige Mithilfe bei Benefizveranstaltungen.“ In den ersten Jahren lag das Hauptaugenmerk in der Region rund um San Luis, das sich im gebirgigen Teil des Landes befindet. „Unser Ziel war es, dass jedes Schulkind ein Heft, ein Buch und einen Stift sein Eigentum nennen kann.“ Damit gaben sich die Salzburgerinnen aber nicht zufrieden, im Laufe der Jahre wurden Schulgebäude renoviert, eine Bibliothek eingerichtet und die Wasserversorgung für ein ganzes Dorf unter der Mitwirkung der Bewohner installiert.


Seit den 90er Jahren konzentriert sich die Hilfe nun auf Perus Hauptstadt Lima. Schwerpunkt sind die schulische Ausbildung sowie die Unterstützung von Familien und Einzelpersonen, die sich in Notlagen befinden. Eine Familie, die seit 2002 Spenden aus Salzburg bekommt, sind die Acostas. Die Mutter Doris Acosta lebt mit ihren zehn Kindern in einfachsten Verhältnissen, der Vater sitzt wegen Vergewaltigung einer Tochter im Gefängnis. „Damit die Mutter nicht mehr bis spät in die Nacht arbeiten gehen muss, erhält sie eine monatliche Zuwendung“, erzählt Friederike Hurch. Möglich ist das durch die „Peru Gruppe“ aus der Pfarre Salzburg-St. Andrä. Seit drei Jahren gehen die Einnahmen eines Bazars an die peruanische Familie und so haben sich deren Lebensumstände wesentlich verbessert. Patenschaften und Hilfestellung in akuten Fällen wie die Finanzierung von Operationen sind weitere Bereiche, um die sich die Verantwortlichen der Peruinitiative kümmern.
Die Organisation ist aber noch immer klein und überschaubar und zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Spendeneuro für Projekte eingesetzt wird, es gibt keine Verwaltungskosten.
Mittlerweile liegt die Durchführung vor Ort und die Auswahl neuer Projekte bei den Schwestern der aus Peru stammenden Chano Delgado de Schlachter. Sehr erfreulich für die Initiatorinnen ist, dass viele der begünstigten Personen wieder anderen helfen, sie teilen mit den Nachbarn. Bei einem Aufenthalt in Lima im vergangenem Jahr sah Delgado de Schlachter die positiven Auswirkungen der Hilfe zur Selbsthilfe. „Dass wir an sie glauben, an sie denken, auf sie vertrauen und dass wir zu ihnen kommen, gibt ihnen viel Selbstsicherheit. Sie alle sind den Amigos de Salzburgo besonders verbunden.“

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